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LIVE Music Now
Oberrhein

Konzert mit dem GUTFREUND-Trio in der Gartenschule

Abermals dank der Unterstützung und Förderung von YEHUDI MENUHIN Live Music Now Oberrhein e.V durften wir am Donnerstag, 13. November wiederum gemeinsam mit der Carl-Orff- und der Pestalozzischule ein Konzert ausrichten. Und natürlich auch fürdie Garten-, die Carl-Orff- und die Pestalozzischule.

Wieder? Schon wieder? Hat sich da nicht etwas verselbständigt und folgt da einfach nur noch etwa im Halbjahresrhythmus Konzert auf Konzert? Drücken sich die faulen Lehrer mal wieder bequem um ihre Unterrichtsverpflichtung und schinden Zeit?

Wieder, ja, schon wieder! Die Abstände haben sich als vortrefflich erwiesen: Weniger wäre schlichtweg zu wenig. Und mehr? Mehr würde der Besonderheit dieser Konzerte das Außergewöhnliche nehmen, würden sie alltäglich machen. Was schade und den Künstlern und ihrer Kunst gegenüber ungerecht wäre. (Um schnell das mit den Lehrern abzuschließen: Ich erlebe immer wieder auch die Vorbereitung der Konzerte, erlebe ebenso, dass diese Konzerte unsere Schüler sehr nah berühren und entsprechend auch Nacharbeit mit sich bringen – aber auch: ein Lehrer, der mit seinen Schülern gemeinsam Konzerte besucht, macht einen anderen Musikunterricht, als einer, dessen Schüler gar nicht wissen, dass es Konzerte gibt und wie man Konzerte hören und erleben kann. Und auch für einen Lehrer ist es etwas anregendes, wenn er bei einem neuen Konzert von Schülern nach zurückliegenden Konzerten gefragt wird: “Weißt du noch …?”)

Jetzt habe ich mich etwas verloren und will schauen, dass ich endlich das jüngste Konzert in den Fokus nehme. Dies lässt sich recht kurz tun und die Kürze ist hier Ausdruck der Prägnanz:

Das Gutfreund Trio – mit Julian Fahrner (Violine), Bogdan Kisch (Violoncello) und Adrian Fischer (Klavier) – hat uns nicht mit diversen Klaviertrio-Stücken überschüttet oder uns entsprechende Werke aus der umfangreichen Literatur vorgestellt und damit eine überragende Vielfalt demonstriert, sondern das Gutfreund Trio hat uns den Blick (das Ohr) auf ein Werk gelenkt. Musikalisch im Mittelpunkt stand lediglich Antonín Dvoráks “Dumky Trio”. Und “lediglich” ist hier kein Hinweis auf wenig, sondern ein Hinweis auf die Konzentration auf ein einzelnes Werk. Und diese Konzentration ist ein feiner Ansatz in unserer Zeit, in der wir oft Schwierigkeit mit “anspruchsvollem musikalischen Hören” haben. Aber: Schüler und Konzentration auf (sogenannte “klassische”) Musik? Wie soll das denn gehen? Tja, wie?

Es geht genau so, wie es das Gutfreund Trio für uns tat: Das Dumky Trio wurde uns nicht vorgesetzt, sondern wir wurden in die Musik hineingenommen. Wie das? Die Musiker haben sich gemeinsam eine “Rahmenhandlung” ausgedacht, sie haben uns eine Geschichte erzählt und diese Geschichte musikalisch unterlegt. Eine Rahmenhandlung also, mit der es gelingt, aus einem “normalen Klavier Trio-Stück” (dem Dumky Trio) ein “Hörspiel mit Musik” zu gestalten. Was soll man dazu sagen? Mir fällt nur ein: Grandios! Und ich merke, dass ich dieses “grandios” leider nicht auch noch steigern kann, wenn ich ergänze, dass die Künstler in ihre Erzählung hinein immer auch wieder das Publikum einbezogen haben, Fragen stellten, Schülermeinungen und -wissen hören wollten. So wurde ein Musikstück lebendig, so konnten unsere Schüler (zu)hören, konnten (An)Spannung und Freude erleben, konnten eine ihnen wohl überwiegend fremde Musik hören und in sie eindringen und feststellen, dass sie das nicht nur hören, sondern auch “verstehen” konnten. Das meinte ich oben mit “Ausdruck der Prägnanz”: Eine schlüssige Erzählung, die ohne unnötiges Drumrum dem Hörer zum Ziel, zum Verständnis, zum musikalischen Zugang verhilft. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger!

Also: Ins Konzert gehen und Zeit schinden? Nichts davon. Stattdessen: Ins Konzert gehen und beglückt werden, gute Erfahrungen mit dem Hören bei guter Musik machen. Dank dem Gutfreund Trio und dank YEHUDI MENUHIN Live Music Now Oberrhein e.V.

Und sich auch auf das nächste Konzert freuen. Irgendwann im Frühjahr des kommenden Jahres. Wie schön, dass Yehudi Menuhin seinerzeit die Idee für Live Music Now hatte und wie wunderbar, dass wir die Unterstützung von Live Music Now Oberrhein e.V. haben.

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